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Juli 2017

Seit einiger Zeit unterstützt uns ein größerer Baumarkt in Hamburg mit Futterlieferung, solches was kurz vor Ablauf des Mindeshaltbarkeitsdatum steht. Zum Wegwerfen zu schade und den Katzis ist MHD ziemlich egal. Netzwerk Finchen unterstützt damit u.a. das Streunerkatzenprojekt in Jesteburg. 

Streunerkatzen in Jesteburg

Hier nun ein Bericht von Kim Dellith - der Initiatorin des Projekts.

Auf sie aufmerksam geworden bin ich im August 2014 ganz zufällig… 

Mein Vermieter fuhr an diesem Abend  ins Dorf und entdeckte 3 Kitten, die über den Weg liefen und sich dicht am Zaun kauerten. Er rief mich an und ich machte mich mit einer Nachbarin zusammen und einer Transportbox auf den Weg dorthin. 

Da saßen sie nun, fauchend und ängstlich im Gebüsch. Sie rannten sofort weg, sobald man sich ihnen nähern wollte.  Eines war rot, eins schwarz-weiß und eins grau rot getupft. Wir hatten sie alle eingefangen, doch leider war diese Transportbox bei  den ersten beiden nicht richtig zu, so dass sie wieder fliehen konnten…richtig doof!   Eines der Kitten, die kleine graurote Katze , konnten wir jedoch einfangen. Ich habe sie mitgenommen und schon am nächsten Tag konnte sie in ein schönes Zuhause ziehen.

Es war ein befremdliches Gefühl,  sie einfach mit zu nehmen und somit ihrer Mutter und den anderen Geschwistern zu entziehen…aber was hätte ich tun sollen? Ganz offensichtlich waren es wild geborene Katzen, die sich immer weiter vermehren und somit auch sehr viel Elend und Hunger durchleben würden…  Zum Kastrieren war die Katze noch viel  zu klein, sie war vielleicht 6-8 Wochen alt…und man darf nicht vergessen, dass es immer schwerer wird, wilde Katzen handzahm zu bekommen, je älter sie werden. 

Von nun an wusste ich ja,  dass es dort noch weitere Katzen geben musste. Ich habe in einem kleinen Wäldchen, welches direkt an der Bahnlinie liegt, eine Futterstelle eingerichtet. Das Futter war jeden Tag weg. Und ich hatte Hoffnung,  auch noch die anderen beiden Kitten so wie ihre Mutter einfangen zu können. Die Mutter hatte ich in der Zwischenzeit mehrfach gesehen, eine weiße Katze mit grau- roten Flecken. 

Nach einigen Wochen, in denen es einige Sichtung der Katzenmutter und der anderen Welpen gab, entschied ich mich dazu,  eine Lebendfalle zu leihen, um diese an der Futterstelle aufzubauen. Spät abends stelle ich sie auf und als ich morgens um 5:30h  zur Futterstelle fuhr,  war das Futter in der Falle weg, aber die Falle war leer. 

Nun ja…es vergingen wieder einige Wochen, mittlerweile tauchten Katzen dort auf, die ich zuvor noch nie gesehen hatte - so ein Futterplatz scheint sich unter den Katzen herum zu sprechen. 

Wir hatten schon November, die Kitten aus dem Sommer konnte ich bis dahin leider nicht einfangen, eigentlich konnte ich bis dahin noch gar keine Katze einfangen…nur einen Igel,  den ich dann natürlich wieder in die Freiheit entließ. 

Aber dann, eines Abends die ausgeliehene Falle aufgestellt und früh am Morgen saß da ein roter Kater drin. Ich war ganz aufgeregt und  fuhr ihn mitsamt der Falle zu mir nach Hause. Sobald meine Tierärztin geöffnet hatte,  rief  ich sie  an und erzählte, dass ich eine Streunerkatze eingefangen habe und fragte, ob sie mir diese kastrieren würden. 

Zum Glück war sie einverstanden und so brachte ich den Kater dann dort hin. Nachmittags konnte  ich ihn dann wieder abholen. Man sagte mir, ich solle ihn möglichst zügig wieder am Einfangort frei lassen…aber es war mittlerweile sehr kalt draußen und ich hatte mich in der Zwischenzeit um eine private Pflegestelle für ihn bemüht. Diese holte ihn dann bei mir ab. 

Es war in der Tat ein Kater, sehr scheu  und er fand das Leben im Haus ziemlich gruselig. 

Matze, so hieß der rote Kater, der ja nun in der Pflegestelle lebte,  blieb scheu, aber immerhin hatte er gelernt,  das Katzenklo zu benutzen. 3 Wochen später erhielt ich einen  Anruf von der Pflegestelle, die mir mitteilte, dass Matze soeben gestorben sei. Das war so traurig und kam so plötzlich, niemand weiß warum! 

Ich versorgte die Katzen an der  Futterstelle weiterhin, hatte aber Probleme,  mir die Falle erneut auszuleihen, da ich ein enorm schlechtes  Gewissen gegenüber Matze hatte. 

Anfang Januar war klar, ich muss weiter machen, anderenfalls gäbe es zum Frühjahr hin unzählige weitere Kitten, was die Sache ja nicht besser machen würde.  So stellte ich im Januar kurz nach Silvester die Falle erneut auf und wieder hatte ich Erfolg.  Dieses Mal ging ein schwarz-grau getigertes Fellknäul „ins Netz“. Wieder rief ich in der Tierarztpraxis an...

Es war Katze, Kaya habe ich sie genannt. Da ich keine Pflegestelle gefunden hatte, musste sie eine Nacht in der Transportbox bei mir im Schuppen verbringen, aber am nächsten Tag habe ich sie dann schweren Herzens wieder am Fundort frei gelassen. Kaya habe ich nach der OP nur noch einmal gesehen, danach nie wieder… 

Emotional brachte mich das schon an meine Grenzen, da waren Zweifel auf der einen und das Wissen um die Notwendigkeit auf der anderen Seite.  Doch vorerst war ans erneute Falle aufstellen nicht zu denken, es waren Baumfällarbeiten  entlang der Bahngleise und sogar die Futterstelle bleib einige Tage unberührt. 

Im Sommer musste ich mit meinem Wagen in die Werkstatt, ich fuhr am Gelände der Werkstatt vorbei und sah eine Katze mit ihren Kitten, die hinter der Werkstatthalle im Gras herum liefen.  Ich gab meinen Wagen dort ab und fragte,  ob ich mal hinter die Halle gehen dürfe, weil ich dort die Katze gesehen hatte. Ich durfte und da waren sie, liefen blitzschnell unter die parkenden Autos und verschwanden   im Gebüsch. Die Katze kannte ich bereits, es war die Katzenmutter aus dem letzten Sommer, von der ich ein Kitten einfangen konnte. 

Ich bat um Erlaubnis,  auch hier eine Futterstelle einrichten zu dürfen und bekam sofort  das Okay dafür. Nun fuhr ich täglich dort hin. Die Kitten waren neugierig, die Mutter, die ich Liza nannte war extrem scheu.   Die Zwerge waren vielleicht fünf Wochen alt. Sie haben die Futterstelle sofort angenommen und wurden mit der Zeit immer zutraulicher. Nach drei Wochen habe ich mir dann die Falle beim Tierheim Buchholz erneut geliehen und habe sie mit zur Futterstelle genommen. 

Die Kitten waren mittlerweile so zahm, dass sie sofort in die große Transportbox gegangen sind, wenn ich dort das Futter hineinstellte. Das machten sie dann auch an diesem Tag und ich schloss langsam die Tür.  Ich hatte sie alle auf einmal eingefangen! Keine 10 Minuten später saß auch die Mutterkatze in der Falle. Das war für mich persönlich echt grenzwertig, denn ich habe niemanden finden können, der die Mutter samt ihren Kitten hätten aufnehmen können. Also blieb mir nur der Weg, die Kitten ins Tierheim nach Buchholz zu bringen und die Katze zum Kastrieren zum Tierarzt. 

Für diese Kastration hat das Tierheim hat die Kosten übernommen. Abends konnte ich Liza wieder vom Tierarzt abholen und sie verbrachte eine Nacht bei mir im Schuppen. Am Tag darauf brachte ich sie wieder zur Futterstelle zurück. Als ich die Box öffnete rannte sie raus und schrie ganz fürchterlich  nach ihren Kitten….mein Herz… war das furchtbar!

An diesem Tag lernte ich dann die Sandra kennen. Ihre  Nummer habe ich über zig Ecken bekommen, und ich hegte die Hoffnung,  sie hätte Platz, um die Katze samt Kitten als Pflegestelle aufzunehmen. Da Sandra aber selber  12 Katzen und somit keine Platz mehr hatte, ging das leider nicht! Aber sie war großartig - während ich ihr die Ohren voll heulte,  war sie sehr zusprechend und versicherte mir, dass ich das Richtige getan habe. 

Liza kam weiterhin zur Futterstelle, wo ich sie versorgte, obwohl sie mich eigentlich ja abgrundtief  hassten musste.

Die Werkstatt liegt direkt auf der anderen Seite der Bahnschienen, keine 150 m Luftlinie zur ersten Futterstelle. Die Straße  endet dort  in einer Sackgasse und dort befindet sich ein Firmengelände auf dem unzählige Dixiklos stehen, direkt am Bahndamm. Und wen entdeckte ich eines Tages dort? Richtig, Liza zusammen mit einem  großen Kater. 

Ich rief also mal wieder bei Sandra an und erzählte ihr davon.  Sandra kannte die Besitzer dieses Geländes  und so fragte ich dort, ob wir auf dem Gelände eine Futterstelle für die wilden Katzen aufstellen dürfen.  Ich erklärte den Leuten, dass wir die Katzen dort anfüttern wollen, um diese einzufangen und zum Kastrieren zu bringen. Zum Glück willigten sie ein!

So entstand die dritte Futterstelle, wobei  ich ab da dann anfing, die Futterstelle an der Autowerkstatt wieder abzubauen, da sie nur eine kurze Strecke entfernt lag. Liza war eh immer bei den Dixiklos unterwegs . Mit der Zeit kamen dort viele Katzen hin zum Fressen. 

Sandra, Doro (eine Freundin von Sandra)  und ich trafen uns einige Male dort, mit insgesamt 3 Fallen versuchten wir unser Glück und so gelang es uns nach und nach, die Katzen dort einzufangen und zum Kastrieren zu bringen. Alle Katzen verbrachten die erste Nacht nach der OP in meinem Schuppen und wurden dann wieder dort ausgesetzt, wo wir sie eingefangen hatten. 

Ein kleiner roter Kater tauchte immer auf, wenn ich gefüttert hatte, noch sehr jung und super süß…zusammen mit einem weiteren roten Kater, den wir Ben nannten. Eines Tages, wir hatten die Fallen mal wieder aufgestellt,  ging dieser Zwerg in die Falle, da ich ihn aber zu jung zum Kastrieren fand,  brachte ich ihn auf eine Pflegestelle nach Lüneburg. 

Er bekam den Namen JackJackson, der eine Katze ist und jetzt Greta heißtJackson, der eine Katze ist und jetzt Greta heißtson und wurde mit der Zeit immer zutraulicher. Einige Zeit  später fuhr ich Jackson besuchen um ihm eine Wurmkur vorbei zu bringen.  Er war richtig offen und zutraulich, so, als wüsste er noch, wer ich bin. Doch beim genaueren Hinsehen stellte ich fest, Jackson ist eine Katze und kein Kater! 

Es gelang uns,  noch zwei weitere Katzen einzufangen:  Ben,  den roten Kater und Freund von Jackson und eine rote Katze, die übrigens eines der ersten Kitten von der Liza ist! Wir nannten sie die „Rote  Zora“. Auch diese beiden brachten wir auf die Pflegestelle nach Lüneburg, in der Hoffnung sie würden so zahm werden wie Jackson, aber leider wurde  bei  den beiden schnell  klar, zu Menschen möchten sie definitiv nicht! Darum holte ich sie auch recht bald wieder ab und brachte sie zurück an die Futterstelle. 

In Jackson habe ich mich bis über beide Ohren verliebt und so nahm ich sie schließlich mit zu mir. Greta heißt sie jetzt und lebt super problemlos mit meinen anderen beiden Katzen und zwei Hunden zusammen.  Durch weitere  Fangaktion gelang es uns,  noch weitere Katen einzufangen und zum Kastrieren zu bringen. 

Eine schwarz-weiße Katze namens  „Suki“ ,das letzte der drei ersten Kitten von Liza , eine cremerote Katze, eine ganz weiße Katze mit grauen Flecken, die jetzt Smilla heißt, und einen kräftigen grau-schwarz getigerten Kater, der ab dann Balou hieß. 

Die Kosten der Kastrationen legte das Buchholzer Tierheim aus und ich habe mit der Samtgemeinde Jesteburg besprochen, dass sie dem Tierheim diese Kosten erstatten. 

Den Balou und Ben habe ich schon sehr lange nicht mehr gesehen, was vermutlich daran liegt, dass sich ein roter Kater auf dem Gelände herum treibt, den wir noch nicht einfangen konnten.  Er vertreibt momentan die kastrierten Kater. Auch ihn werden wir irgendwann bekommen und kastrieren lassen. 

Zora und Chilly sind selten zu sehen, sie haben mir wahrscheinlich die Kastrationsaktion sehr übel genommen.  Smilla ist leider spurlos verschwunden, ich habe sie überall gesucht, aber leider vergeblich. Obwohl sie nach der OP noch oft zum Fressen kam und auch nicht mehr Angst vor mir hatte als vorher, taucht sie leider nicht mehr auf.  Aber auf Grund der Tatsache, dass alle Futterstellen leer gefressen sind, gehe ich mal davon aus, dass sie sich ansonsten alle irgendwo da herumtreiben.

Futter für die Katzen gibt es genug, denn ich habe noch eine weitere Futterstelle auf dem Firmengelände eingerichtet. Dafür durfte ich einen alten  Bauwagen nutzen. 

Vor dem Winter 2015 haben wir Winterquartiere für die Katzen gebaut.  Styroporboxen eigenen sich gut, und wir haben diese mit Zeitungspapier und einem Müllbeutel umzogen, damit die Feuchtigkeit absorbiert  wird.   Diese Boxen habe ich vom  Futterhaus geschenkt bekommen - sie  sind super tolle Winterquartiere für die Wilden. Die Katzen Nothilfe Buchholz war letztes Jahr so nett und hat uns für die große Futterstelle drei Katzenholzhäuschen gespendet.  Diese haben Sandra und ich auf zwei Böcke gestellt, so dass sie nicht  auf dem Boden stehen. 

Im Sommer  füttere ich Nass-  und Trockenfutter, alle 3 Tage in etwa, im Winter fahre ich dort täglich hin um Wasser auszutauschen.  Dieses stelle ich dann auf Wärmeplatten, ebenso wie das Nassfutter, damit es nicht gleich wieder einfriert. In den Häuschen ist dick Stroh eingestreut, damit unsere Schützlinge nicht zu frieren brauchen. 

Zu den Häuschen und zum Futter ein paar Worte. Ich bekommen teilweise etwas von Buchholzer Tierheim geschenkt, aber das klappt nicht immer…darum kaufe ich viel Futter selber. 

Über Futterspenden, in welcher Form auch immer, Nassfutter oder Trockenfutter freue ich mich immer ganz besonders! 

Auch kleine Häuser sind immer willkommen, denn wir helfen damit auch an anderen Stellen aus oder können manchmal Ersatz gebrauchen. 

Ich könnte meine Wilden nicht mehr links liegen lassen…  Auch wenn sich die Anzahl der Katzen an der Futterstelle deutlich reduziert hat, so sind  Liza und ihre Tochter Suki täglich auf dem Platz, wenn ich zum Füttern komme….

 

Katzenprojekt Jesteburg